Stadtsynode trifft wichtige Personalentscheidungen
Synodale wählen Dekanin und die 3 Landessynodalen - und stimmen über Haushaltsplan der Evangelischen Kirche Mannheim und Wirtschaftsplan des DW
(11.05.2026, Mannheim) Die Synodalen der Evangelischen Kirche Mannheim legten bei ihrer Frühjahrssitzung am 8. Mai Wegweisendes fest: Sie wählten Pfarrerin Dr. Verena Schlarb zur neuen Dekanin. Als Mitglieder für die badische Landessynode wurden Dekanstellvertreterin Anne Ressel, die derzeitige Vizepräsidentin der Landessynode Sabine Ningel und die stellvertretende Vorsitzende der Mannheimer Stadtsynode Petra Herr gewählt. Zudem verabschiedete die Synode den Haushalt 2026/2027 der Evangelischen Kirche Mannheim sowie den Wirtschaftsplan 2026 des Diakonischen Werks.
Pfarrerin Dr. Verena Schlarb zur neuen Dekanin gewählt
Mit großer Mehrheit haben die Synodalen Pfarrerin Dr. Verena Schlarb mit 37 von 38 abgegebenen Stimmen zur neuen Dekanin des Stadtkirchenbezirks Mannheim gewählt. „Wir freuen uns sehr über dieses starke Votum unseres höchsten Entscheidungsgremiums“, sagte Synodenvorsitzender Prof. Dr. Ralph Daum. „Wir danken unserer Landesbischöfin für diesen Personalvorschlag und ganz besonders Pfarrerin Dr. Schlarb dafür, künftig unser Kirchesein in Mannheim prägend mitzugestalten. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit ihr.“ Verena Schlarb wird ihren Dienst in Mannheim nach den Sommerferien 2026 beginnen. Sie dankte der Synode für das so deutlich ausgesprochene Vertrauern.
Landesbischöfin Springhart: Dekansamt braucht Haltung von Mut und Demut
Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart hatte den Synodalen die 45-jährige Gemeindepfarrerin aus Heidelberg-Wieblingen als Kandidatin für die Wahl in das Dekansamt präsentiert und vorgeschlagen. Um die Zukunft der Kirche zu gestalten, betonte Springhart, sei eine Haltung von Mut und Demut notwendig. „Mit einem klaren Blick für das, was Menschen Heimat gibt und schon lange trägt – und mit dem Mut zu innovativen Aufbrüchen und mit einem weiten Blick dafür, wie Kirche auch sein könnte. Und mit einem weiten Blick für das Umfeld, in dem Kirche konkret verwurzelt ist“. Für die Rolle und das Amt der Dekanin sei wichtig, dass sie mit einem klaren Blick für die Stärke der Vielfalt gelebten Christentums in den verschiedenen Präsenzen stehe - starke Gemeinden fördere, zu innovativen Aufbrüchen ermutige und „mit Mut, theologischer Kompetenz und visionärer Kraft den Prozess so leitet, dass alle Beteiligten gut miteinander auf dem Weg sind“, sagte Springhart. Dafür brauche es „eine theologisch sprachfähige und kommunikationsstarke Person, die im bunten Konzert in der Mannheimer Stadtgesellschaft evangelische Kirche repräsentieren und zu Gehör bringen kann“. All das, so Landesbischöfin Springhart, traue sie der Kandidatin zu.
Pfarrerin Dr. Schlarb: „Ich will nicht irgendwo Dekanin sein, sondern in Mannheim“
Mannheim sei „auch rough“ und sie wisse, dass die Tätigkeit als Dekanin „sicher nicht das gemütlichste Amt“ sei. Die Quadratestadt mit ihrer Vielfalt auch von Innenstadt und Peripherie hatte Pfarrerin Dr. Verena Schlarb während ihres Probedienstes 2015 bis 2016 kennengelernt und sich dabei „in Mannheim verliebt“. Sie wolle nicht irgendwo Dekanin sein, sagte Schlarb bei ihrer Ansprache, sondern in Mannheim und genau dort Verantwortung übernehmen. Dafür bringe sie „Motivation, Mut und Neugierde“ mit. Es lohne sich, auf die Menschen zuzugehen, ist sich Schlarb sicher. Denn sie sei überzeugt davon, dass Menschen ansprechbar seien für Kirche, wenn sie Kirche als relevant erlebten. Sie werde sich einsetzen dafür, dass sich Kirche in der Stadtgesellschaft und für die Menschen aus ganz unterschiedlichen Milieus, in der Ökumene und bei den Religionsgemeinschaften erkennbar einbringe. Zugleich wolle sie in Mannheim mit seinen drängenden sozialen Problemen die Diakonie stärken und mit ihren zentralen und dezentralen Angeboten weiterhin fest verankern. Angesichts der landeskirchlich gesetzten Rahmenbedingungen habe der Stadtkirchenbezirk Mannheim mit seinen sinnvollen strukturellen Veränderungen „das Ganze im Blick“. Dies wolle sie in verantwortlicher und konstruktiver Zusammenarbeit mit dem Leitungsteam und den Gremien, den Haupt- und den Ehrenamtlichen mitgestalten. Denn sie wisse: „Eine Dekanin alleine kann gar nichts bewegen“. Gerade das Ehrenamt, so Schlarb, brauche Aufmerksamkeit und gute Begleitung. Nach ihrem Dienstbeginn nach den Sommerferien werde sie „dem Kennenlernen viel Raum geben“.
Drei Mitglieder für die Landessynode gewählt
Die Synodalen wählten die drei Mitglieder für die badische Landessynode, die in diesem Gremium den Stadtkirchenbezirk Mannheim vertreten werden: Dekanstellvertretererin Anne Ressel, die Theologin, Oberstudienrätin und derzeitige Vizepräsidentin der Landessynode Sabine Ningel sowie die stellvertretende Vorsitzende der Mannheimer Stadtsynode Petra Herr.
Bei der Synode, die Heide Reinhard von der Evangelischen Landeskirche Baden, Prälatin für Nordbaden, mit einem Gottesdienst eröffnet hatte, wurde der Haushalt 2026/2027 der Evangelischen Kirche Mannheim beschlossen sowie der Wirtschaftsplan 2026 des Diakonischen Werks Mannheim festgestellt. Pfarrer Dominik Wille berichtete über die wichtige und herausfordernde Arbeit der Notfallseelsorge in Mannheim.
Die nächste Sitzung der Stadtsynode findet am 9. und 10. Oktober 2026 statt. Fotos: de Vos (dv)






