(03.09.2024, Mannheim) Wenn Eckhard Stadler zum 1. Oktober 2024 in Ruhestand geht, endet seine musikalische Tätigkeit noch lange nicht. Nach insgesamt 37 Jahren bei der Evangelischen Kirche Mannheim, davon 18 als Musikbeauftragter der Jugendkirche im Stadtteil Waldhof, wird er Ende September im Kreis von Kolleg:innen und geladenen Gästen aus seinem Dienst verabschiedet. Vieles von ihm wird weiterhin erklingen: So auch das eigens von ihm komponierte KinderVesperkirchen-Lied, das die jungen Gäste in der Adventszeit vor dem gemeinsamen Mittagessen singen. Auch den von ihm gegründeten Chor „Pop Voices“ wird er weiterhin leiten sowie andere Projekte fortführen.
Start 1987 in der Unionskirche: Kirchenchor und „Kir Sacral“
Die Entwicklung und Aktivitäten von Eckhard Stadler während seiner Jahre in der Unionsgemeinde in Käfertal von 1987 bis 2008 und seiner Tätigkeit als Musikbeauftragter im Evangelischen Kinder- und Jugendwerk reihen sich wie Noten aneinander. In den späten 1980er Jahren übernahm Stadler an der Unionskirche das Orgelspielen, den Flötenkreis und den Kirchenchor. Bald gründete er neue Formationen wie einen Kinderchor, ein Posaunenensemble, einen Jugendchor, die Band „Kir Sacral“ sowie die Pop Voices. Der Ältestenkreis ließ den Musiker „schalten und walten“, was er der Gemeinde mit zahllosen musikalischen Aufführungen dankte. „Union und ich, wir hatten uns gefunden“, beschreibt Eckhard Stadler diese Jahre rückblickend. Später leitete er zusätzlich auch den katholischen Chor in Käfertal, „was dem ökumenischen Gedanken enormes Leben einhauchte“, so Stadler.
Seit 2006 Musikbeauftragter des Evangelischen Kinder- und Jugendwerks an der Jugendkirche
Seine Gabe, Kirchenmusik mit populärer Musik zu verbinden, war genau die Mischung, die zur neu gegründeten Jugendkirche passten: Seit 2005 wird die Pauluskirche im Stadtteil Waldhof auch als Jugendkirche genutzt und bietet eine bunte Palette an Angeboten. Dazu gehörte auch, was Stadler ab 2006 in der neu geschaffenen Stelle eines Musikbeauftragten mit einbrachte. Es galt, junge Menschen mit Musik und Bewegung zu erreichen und ihnen neue Erfahrungsmöglichkeiten in und mit der Kirche zu bieten. Die Angebotspalette war bunt und reichte von Konfi-Arbeit über Musizieren bei Ferienfreizeiten bis hin zu Konzerten und Musical-Produktionen. So bot beispielsweise mehrere Jahre lang das Format „Rockin‘ Church“ jungen Bands aus der Region und ganz Deutschland eine Auftrittsmöglichkeit, um ihre eigenen Songs zu präsentieren.
Zeitgleich wurden in der Jugendkirche zahlreiche Musicals aufgeführt, die Eckhard Stadler selbst komponiert und dann mit den Kindern und Jugendlichen einstudiert hatte. Die Vertonung von „Der kleine Prinz“ zählen ebenso dazu wie „Der Bahnhof des Lebens“, bei dem Jugendliche in selbstverfassten Texten ihr Lebensgefühl auf die Bühne brachten. „Ein absoluter Höhepunkt“ war für Stadler das Luther-Musical „Wo stehst du?“, das er anlässlich des Lutherjubiläums 2017 gemeinsam mit Thomas Pilz entwickelt hatte.
KinderVesperkirche – mit einem eigenen Lied
Seit vielen Jahren gehört ein besonderes Lied ebenso zur KinderVesperkirche wie das fröhliche Spielen der Kinder und das gemeinsame Mittagessen: Das Lied mit seiner eingängigen Melodie und dem kurzen Text hat Eckhard Stadler geschrieben. Vor jedem Mittagessen geht er mit der Gitarre von Tisch zu Tisch und übt das Lied kurz mit den Kindern, so dass sie es anschließend alle gemeinsam vor dem Essen anstimmen können. „Eine Melodie zu schreiben, die kindgerecht ist und ins Ohr geht, hatte meinen Ehrgeiz geweckt“, sagt Stadler. „Denn es ist das Schwierigste überhaupt, mit wenigen Mitteln etwas Ohrwurmmäßiges zu schreiben.“ Mit dem Song ist es ihm gelungen. Die Kinder singen es seit Jahren begeistert mit.
Darüber hinaus hat Stadler auch in Kooperation mit evangelischen Gemeinden und Schulen zusammengearbeitet, beispielsweise mit der Johannes-Gutenberg-Schule und der Friedrich-Ebert-Schule. So leitete er ab 2018 den Gospelchor „Bluebirds“ an der Friedenskirche und coacht seit 2022 die Kirchenband der Gnadengemeinde in der Gartenstadt.
Die Arbeit mit engagierten Laien, so Stadler, sei ihm „eine unvorstellbare Freude“. Im vertrauensvollen Miteinander ließe sich vieles bewegen und erreichen. Für ihn sei wichtig „dass man auch der vermeintlich kleinsten Aufführung oder Melodie den allergrößten Respekt entgegenbringt“.
Musikalischer Ausblick
In den Ruhestand, so der Vollblutmusiker Stadler, könne er gar nicht gehen, weil die Musik ein Teil seines Lebens sei. So wird er weiter die von ihm gegründeten „Pop Voices“ leiten, mit denen er 2023 beim Chorfestival auf der BUGA 23 teilgenommen hatte und mit denen er im Jahr 2026 deren 30jähriges Jubiläum feiern wird. Geprobt wird in der Gnadenkirche, in der er sich weiterhin als Bandcoach einbringt. Auch die enge Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Schule, die aus der KinderVesperkirchen-Aktivität entstand, wird er weiterführen. Wenn am 2. Dezember 2024 die KinderVesperkirche in der Jugendkirche beginnt, wird Eckhard Stadler vermutlich wieder mit seiner Gitarre dabei sein. Foto: ekma/dv (dV)

