(01.10.2024, Mannheim) Am Sonntag, 6. Oktober, um 11 Uhr findet ein feierlicher Abschiedsgottesdienst in der Lukaskirche im Stadtteil Almenhof statt. Nach mehr als 50 Jahren, in denen der kubische Sichtbetonbau für viele Menschen Heimat und Ort vielfältiger Veranstaltungen war, wird dort der letzte Gottesdienst gefeiert. Er wird gestaltet von Pfarrerin Martina Egenlauf-Linner gemeinsam mit einem Team und musikalisch begleitet von einem eigens dafür gegründeten Projektchor unter Leitung von Kantorin Claudia Seitz. Dekan Ralph Hartmann spricht ein Grußwort. Daran schließt sich ein Empfang an.
„Die Lukaskirche ist eine vollkommene Inszenierung von Raum, Licht und Material“. Der Umgang mit Plastizität und Strukturen ist sensibel und kraftvoll zugleich; Kunst und Architektur verbinden sich durch hochwertige Reliefarbeiten“, schreibt Kunsthistorikerin und Gemeindemitglied Ursula Dann. „Das schwebend anmutende, gefaltete Dach, die Lichtführung und Höhenstafflung der Räume, die Materialität von Holz und Beton gehen ein überzeugendes Miteinander ein.“
Abschied nehmen von diesem Sakralraum, der auch durch seine eigenwillige Architektonik eine besondere Ausstrahlung hatte, fällt vielen Menschen schwer. Der 1965-1967 nach Plänen von Carlfried Mutschler errichtete Bau ist als Zentralbau über einem quadratischen Grundriss konzipiert. Wie bereits bei der evangelischen Pfingstbergkirche arbeitete Mutschler auch hier mit dem Stuttgarter Bildhauer Otto Herbert Hajek zusammen, von dem die inneren und äußeren Betonreliefs stammen. Das große Relief am Eingangsbereich zitiert Lukas 15, 18: „Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen“. Mehr als 50 Jahre war die Kirche Gottesdienstort und Wirkungsort für viele Gruppen und Kreise, darunter DreiKlang, das Frauenzimmer, der DenkRaum, das LukasGardening und der LukasTreff. Auch sie sind nun alle zum letzten Gottesdienst in diesem Bau eingeladen.
In der Evangelisten-Region werden in der Johanniskirche (Lindenhof), in der Markuskirche (Almenhof) und in der Matthäuskirche (Neckarau) sowie in der Krankenhauskapelle des Diako (Niederfeld) Gottesdienste gefeiert. Foto: Johannes Vogt. (dV)

