Marienvesper von Monteverdi in der CityKirche Konkordien

Konkordien-Kantorei: Konzert am 18. Mai mit Ensemble Polyharmonique und Begleitung auf historischen Instrumenten

Die Marienvesper gilt als Vermächtnis von Monteverdis geistlicher Musik. Die Konkordien-Kantorei führt sie gemeinsam mit dem Ensemble Polyharmonique und begleitet von „La Banda“ auf historischen Instrumenten  am 18. Mai um 17 Uhr in der CityKirche Konkordien auf. Leitung: Heike Kiefner-Jesaktko. 
 
 
Mannheim und die Marienvesper haben einiges gemeinsam, ist Chorleiterin Heike Kiefner-Jesatko überzeugt. In dem Werk verschmelzen die Klangfarben von Orient und Okzident. Und auch in Mannheim vermischen sich schon immer die Kulturen.
 
„In diesen aufgewühlten Zeiten ist es mir ein unbedingtes Bedürfnis, unsere kulturellen Gemeinsamkeiten musikalisch hörbar zu machen. Die ‚Marienvesper‘ und Mannheim haben so viel gemeinsam“, sagt Heike Kiefner-Jesakto.
 
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Claudio Monteverdi (1567-1643) - Marienvesper

Was hat die Marienvesper, die Monteverdi von Mantua nach Venedig (Druck: 1610) brachte, mit Mannheim zu tun? Eigentlich nichts - aber vielleicht gibt es da doch etwas:

Vendig war im Mittelalter ein wichtiges Handelszentrum. Die Stadt entwickelte sich ab dem 10. Jh. zu einer der bedeutendsten Metropolen. Es gelangten nicht nur viele orientalische Waren und Gewürze nach Venedig, die in den Norden weiterverkauft wurden, sondern die Venezianer handelten mit wertvollem Öl und Salz, das sie selber gewonnen hatten. Mit den Waren kamen auch fremde kulturelle Einflüsse nach Venedig: jüdische, christliche und orientalische Klangfarben vermischten sich und prägten die Kultur: Venedig spannte den Bogen zwischen dem Orient und dem Okzident.

Jüdisch, christliche und orientalische Klangfarben mischten sich in einer Kundgebung mit anschließendem interkulturellen Friedensgebet auf dem Mannheimer Markplatz im Juni 2024 und im März 2025. Auch in unserer Stadt mischen und mischten sich schon immer die Kulturen. Auch bei uns mischen sich die Klangfarben und wir erleben ein gesellschaftlich-kulturelles und lebendiges Miteinander. Auch in Mannheim verschmelzen Orient und Okzident.

Das Werk wurde wahrscheinlich so, wie wir es kennen, niemals aufgeführt und war, so vermutet man, als Bewerbungsmappe für ein Kirchenamt in Rom gedacht. Wie jede Vesper besteht auch sie aus einem Introitus, 5 Psalmen, einem Hymnus und einem Magnificat. Monteverdi stellte nun zwischen die 5 Psalmen jeweils Concerti, die einen damals neuen Kompositionsstil verkörperten – den akkordisch begleiteten Sologesang, der den Text feinsinnig vertont- das war ganz neu. Die Solostimmen, die im liebevollen Gesang Maria besingen/bezirzen? Das emotionale Singen spielt hier eine wichtige Rolle. Die weltlichen Einflüsse der Opern und der Hofmusiken lässt Monteverdi in seine Messe einfließen. Weltliche und geistliche Klänge, Formen und Kompositionstechniken verzahnen sich.

Es gibt Stellen in den Concerti, die mich an arabische Musik erinnern (z.B. im Duo Seraphim, wenn sich die beiden Tenöre in Tonrepetitionen und Halbtonschritten umeinander winden).

Die arabischen Klänge sind Teil der Marienvesper. Auch die Laute, die Teil des Orchesters sein wird, ist ein arabisches Instrument und begleitet uns durch die Vesper, die wiederum christlichen-jüdischen Ursprungs ist.

In diesen aufgewühlten Zeiten ist es mir ein unbedingtes Bedürfnis, unsere kulturellen Gemeinsamkeiten musikalisch hörbar zu machen. Die Marienvesper und Mannheim haben so viel gemeinsam… (Heike Kiefner-Jesatko)