(Mannheim, 13.10.2026) Am 9. Oktober tagte die Herbstsynode der Evangelischen Kirche Mannheim. Dekanin Dr. Verena Schlarb sprach in ihrer Begrüßung über Mut, Vertrauen und Zuversicht. Zu aktiver Beteiligung lädt auch die landeskirchliche Kampagne „hoffnungsvoll“ ein, die den Synodalen vorgestellt wurde. Für den Verwaltungsrat des Dienstleistungszentrums Nord, das am 1. Januar 2027 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende in ihrer Arbeit entlasten soll, wurden Mitglieder und Stellvertretungen gewählt.
Die Hoffnung, betonte Dr. Verena Schlarb in ihrer ersten Synode im Amt der Dekanin, mache einen Unterschied für das Hier und Jetzt. Mit Blick auf die Jahreslosung 2026 „Siehe ich mache alles neu“ brachte dieses Jahr für sie persönlich der Wechsel ins Amt einer Dekanin eine weitreichende Veränderung. „Neu anzufangen, das mag ich. Ich mag den Aufbruch, das Offene.“ Und sie richtete die Fragen an die Synodalen. „Wie stehen Sie den Neuanfängen in Ihrem Leben gegenüber? Was haben sie sich herbeigewünscht und was ist eher über Sie gekommen?“
Hoffnung macht einen Unterschied – hier und jetzt
Die Jahreslosung bedeute nicht, dass alles neu gemacht werden solle, sagte Schlarb, sondern dass eine Erneuerung in Aussicht stehe. Mit Blick auf die Verheißung Gottes betonte die Dekanin: „Ich brauche Bilder und gute Gedanken für mein Leben heute, für die Entscheidungen, die anstehen, die Konflikte, die zu lösen, die Perspektiven, die zu entwickeln sind. Ich brauche gute und hoffnungsvolle Bilder, die mir Schwung geben und weiterführen.“ Der Glaube verheiße Hoffnung. Diese Hoffnung zu haben, „das macht einen großen Unterschied. Nicht für irgendwann und irgendwo. Sondern hier und jetzt. Für jeden einzelnen Tag.“
Das gelte auch für die Kirche: „Wo bringen wir uns wie ein? An wessen Seite stellen wir uns?“ Hoffnung entstehe da, „wo Menschen gemeinsam etwas durchstehen. Wo einer an meiner Seite bleibt. Wo wir mit unserem Handeln wirksam sind.“
Landeskirchliche Kampagne „hoffnungsvoll“
Zur Beteiligung an der Kampagne „hoffnungsvoll – Hoffnung teilen, erleben und sichtbar machen“ luden Ruth Kasper und Ulli Naefken vom Evangelischen Oberkirchenrat Karlsruhe ein. Es gelte, das zu nutzen, was bereits gut laufe in den Gemeinden und Kirchenbezirken. Denn „die eigentlichen Hoffnungsgeschichten entstehen vor Ort“, betonte Ruth Kasper. Denn Hoffnung sei kein Randthema, sondern ein Thema unserer Zeit. Bei Befragungen würden häufig Verunsicherung, Krisen und Sorgen wegen tiefgreifender Veränderungen geäußert. „Umso bemerkenswerter ist: Hoffnung bleibt eine der stärksten Kräfte, die Menschen tragen“, so die Fachleute. Für Kirche sei Hoffnung kein kurzfristiger Optimismus oder ein Vertrösten auf bessere Zeiten, sondern der Kern des Glaubens. „Hoffnung ist die Zusage Gottes, die Menschen trägt, Gemeinschaft schafft und Zukunft eröffnet“.
Materialien, Vorlagen und Plattformen, die die Landeskirche Kampagne zur Verfügung stellt, können die Gemeinden und Kirchenbezirke aktiv nutzen. Umgesetzt werden kann die Kampagne im digitalen Raum und auch ganz konkret: Mit acht Postkarten-Motiven, die die Landeskirche zur Verfügung stellt, mit Angeboten vor Ort wie beispielsweise gemeinsames Kochen, Basteln, Singen und anderen Mitmachangeboten. Im digitalen Raum sind die Beiträge über den Hashtag #hoffnungsvollglauben nachvollziehbar, wie Ulli Naefken vorstellte. Auf einer digitalen Plattform sind zudem Beispiele aus den badischen Gemeinden und Bezirken zusammengefasst, die wiederum andere Gemeinden und Bezirke inspirieren können. Denn gute Ideen zu sammeln und den Austausch miteinander zu fördern, stärke diese nachhaltigen Hoffnungsimpulse. Hoffnung, betonte Ulli Naefken, entstehe dort, wo Menschen sich beteiligen.
Mitglieder für den Verwaltungsrat des Dienstleistungszentrums Nord gewählt
Die Badische Landeskirche strukturiert die Verwaltung mit der Einrichtung von drei Dienstleistungszentren grundlegend neu: Diese organisieren regional ausgerichtet sowie mit standardisierten Prozessen und moderner digitaler Infrastruktur die bisher 14 dezentralen Verwaltungseinheiten. Eines dieser Dienstleistungszentren ist das Dienstleistungszentrum Nordbaden (DLZ Nord). Mit Sitz in Mannheim wird es ab 1. Januar 2027 zuständig sein für die sieben Kirchenbezirke Neckargemünd-Eberbach, Südliche Kurpfalz, Kraichgau, Adelsheim-Boxberg, Mosbach, Wertheim, Neckar-Bergstraße sowie die beiden Stadtkirchenbezirke Heidelberg und Mannheim. Ziel ist es, die kirchliche Arbeit vor Ort noch wirksamer zu unterstützen und zugleich durch Bündelung und standardisierte Prozesse auf die rückläufigen finanziellen und personellen Ressourcen zu reagieren. Das DLZ Nord wird von Steffen Jooß und Simone Heitz, beide designierte geschäftsführende Direktoren des Dienstleistungszentrums, geleitet. Ausführlich informierte Steffen Jooß, Direktor der Kirchenverwaltung Mannheim, die Synodalen über diese wegweisende Neustrukturierung.
Für den Verwaltungsrat des Dienstleistungszentrums Nord wählten die Synodalen Prof. Dr. Ralf Daum (Synodenvorsitzender) und Martin Bergmann (Pfarrgemeinde Waldhof-Gartenstadt) als Mitglieder sowie Pfarrer Dr. Victor vom Hoff (Pfarrgemeinde Süd) und Sonja Nemet (Pfarrgemeinde Waldhof-Gartenstadt) als deren Stellvertreter. Gemeinsam vertreten sie die Perspektiven und Interessen des Stadtkirchenbezirks Mannheim.
In der Sitzung beschlossen die Synodalen den Prüfbericht 2024 des Diakonischen Werks Mannheim.
Die nächste Sitzung der Stadtsynode findet am 11.+12. Juni 2027 statt. Die Synode ist das höchste Entscheidungsgremium der Evangelischen Kirche Mannheim. Sie tagt öffentlich. (dv)

