Kirche lebensnah gestalten auch für distanzierte Interessierte

Johanneskirche: Begrüßungsgottesdienst für Pfarrehepaar Dr. des. Kaja und Paul Wieczorek am 29. Juni mit Dekan Ralph Hartmann

Bild von Pfarrehepaar Paul und Kaja Wieczorek
(25.06.2025, Mannheim) Kirche zukunftsfähig und lebensnah gestalten. Angebote schaffen, die auch Menschen ansprechen, die bisher noch keinen festen Platz in der Kirche gefunden hatten. Das sind gemeinsame Anliegen des Pfarrehepaars Dr. des. Kaja und Paul Wieczorek, das jetzt in der Evangelischen Gemeinde Feudenheim und der Kooperationsregion Ost begrüßt wird. Dazu findet am Sonntag, 29. Juni um 11 Uhr in der Johanneskirche (Feudenheim) ein festlicher Gottesdienst mit Dekan Ralph Hartmann statt. Im Anschluss wird zu einem Sektempfang im Bonhoefferhaus eingeladen.

Ein Neuanfang in alter Heimat

Für Kaja Wieczorek ist es eine Rückkehr an einen bekannten Ort, für ihren Mann eine neue Verortung. Sie ist in Feudenheim aufgewachsen, wurde in der Johanneskirche konfirmiert und machte ihr Abitur am Bach-Gymnasium. Nach dem Theologiestudium in Heidelberg, Buenos Aires und Berlin arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin für Neues Testament an der Universität Hamburg. In Kürze veröffentlicht Kaja Wieczorek ihre Dissertation zur politischen Kritik im Lukasevangelium und der Apostelgeschichte. Im Alter von 35 Jahren entschloss sie, Pfarrerin zu werden und feierte ihre Ordination dann auch in der Feudenheimer Johanneskirche. Dieser Anfang verbindet sich nun, so die 37-Jährige, mit einer Rückkehr: Nach 18 Jahren ist sie jetzt zurück in ihrer „alten Heimat Mannheim-Feudenheim“. Immer wieder neu anzufangen, das verbinde sie mit den Worten von Marcus Tullius Cicero: „Fang nie an aufzuhören, hör nie auf anzufangen“. Dass Kirche sich angesichts der Herausforderungen verändern müsse, sei für sie keine Bedrohung, sondern ein Impuls zum Mitgestalten. Denn umfassender Wandel eröffne echte Neuanfänge, schaffe kreative Erprobungsräume und bringe Bewegung, ist Pfarrerin Wieczorek überzeugt.

Neue Wege gehen, Bewährtes weiterführen, offen bleiben für Veränderungen

Paul Wieczorek, der aus einer Pfarrfamilie stammt und als Kind sieben Jahre in Nigeria gelebt hat, möchte in Feudenheim an seine reichhaltigen Erfahrungen in der Gemeindearbeit und die gewonnenen interkulturellen Perspektiven anknüpfen. Nach dem Theologiestudium in Berlin und Kopenhagen arbeitete er in der Nordkirche: Als Vikar und anschließend Pfarrer wirkte er in zwei Hamburger Gemeinden, die jeweils in einem multireligiösen Umfeld verankert waren. Dort erlebte er notwendige Umstrukturierungen und auch den Abbau klassischer kirchlicher Angebote verbunden mit dem Aufbau und der Stärkung diakonischer Arbeit und Gemeinwesendiakonie sowie alternativer Konzepte. Die mit dem Wandel der Kirche verbundenen Herausforderungen seien für ihn immer „Chancen: eine Möglichkeit, Gemeinde neu und lebensnah zu denken“, so der 38-Jährige. Ein Vorbild sei ihm dabei die Überzeugung von Dietrich Bonhoeffer, der formulierte: „Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist.“ Pfarrer Wieczorek wolle „Kirche zukunftsfähig und lebensnah gestalten“ und freut sich darauf, gemeinsam mit den Menschen in Feudenheim und der Region „neue Wege zu gehen, Bewährtes weiterzuführen und offen zu bleiben für das, was sich verändern darf.“ 
 
Gemeinsam möchte das Pfarrehepaar Schwerpunkte besonders in der Familien- und Jugendarbeit setzen sowie alternative Gottesdienstformate und Veranstaltungen entwickeln: „Angebote, die auch Menschen ansprechen sollen, die bisher vielleicht keinen festen Platz in der Kirche gefunden haben“, so Kaja Wieczorek. Das Pfarrehepaar übernimmt in Gemeinde und Region je eine 75 Prozent-Stelle. Pfarrerin Wieczorek befindet sich derzeit mit dem zweiten Kind in Mutterschutz, so dass ihr Mann aktuell eine 100 Prozent-Stelle ausfüllt. Sohn Imo ist bereits vier Jahre alt und besucht die Kita. Die Elternzeit für das Neugeborene werden sie sich anschließend teilen. (dv) Foto: Markus Proßwitz