Tanzstück „Balilla“ in der Emmauskirche mit doppelter Weltmeisterin Aurelia de Maio

Schönau: Mannheimer Hip-Hop- und Popping-Weltmeisterin tanzt am 19. September in einem Tochter-Vater-Stück ein starkes Zeichen gegen Faschismus

Urbanes Tanzstück BALLILA
(Mannheim, 03.09.2026) Letztes Jahr ertanzte sich die Mannheimerin Aurelia de Maio im englischen Blackpool in der Altersklasse der Unter-Zwölfjährigen die Weltmeisterschaft im Hip-Hop Freestyle und in diesem Jahr den Weltmeistertitel im „U12 Popping“. Jetzt setzt sie am 19. September um 19 Uhr in der Emmauskirche (Schönau) gemeinsam mit dem Tänzer Tiziano Damigella ein starkes Zeichen gegen Faschismus: Das Tanzstück mit Videoprojektion befasst sich mit der faschistischen Jugendorganisation „Balilla“ im Italien Mussolinis. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
 
Wie sich die 1926 im faschistischen Italien unter Mussolini gegründete Jugendorganisation „Opera Nazionale Balilla“ auf das Leben eines Vaters und seiner Tochter auswirkt, setzt der Mannheimer Choreograph und zweifache Streetdance-Weltmeister David Kwiek mit diesem urbanen Tanztheaterstück in Szene. Getanzt von Aurelia de Maio (Tochter) und Tiziano Damigella (Vater) wird dieses Kapitel der Geschichte mit Gegenwart und Zukunft verbunden. 
 
Wie sich der Vater zunehmend verändert, setzt Damigella eindrucksvoll vor einer Videoprojektion mit scherenschnittartigen Figuren um. Und de Maio tanzt ausdrucksstark die Wandlung von einem lachenden Kind hin zu einem Mädchen unter Einfluss der „Balilla“. Zuvor fanden bei einem vergnügten Picknick von Vater und Tochter auch Witz und Slapstick ihren Raum. Doch die Situation kippt - wie auch die gesellschaftliche Entwicklung.
 
Was anfänglich wie eine utopische Idylle erscheine, sagt die Dramaturgin Christina Liakopoulou, entwickele sich zum faschistischen Albtraum. Der Blick in Gegenwart und Zukunft sei verbunden mit einer deutlichen gesellschaftskritischen Botschaft.
 
„Balilla“ bewegt sich mit Hip-Hop zwischen Erinnerung und Gegenwart. Das urbane Tanzstück stellt die Frage, woher unsere Bilder von Stärke und Disziplin kommen und thematisiert dabei die Verbindung von Drill und Selbstoptimierung, Gehorsam und Konkurrenz. Choreograf David Kwiek (Künstlername: Mr. Quick) verbindet dabei Tanzsprache mit politischer Tiefe. 
 
„Wir sind sehr beeindruckt davon, dass sich Aurelia de Maio an die Spitze der Welt getanzt hat“, sagt Diakonin Maria Brekle vom Team an der Emmauskirche. „Und wir sind gespannt darauf, wie sie gemeinsam mit dem Team tanzend so wichtige und aktuelle gesellschaftliche Aspekte thematisieren wird. Als Kirche hier im Stadtteil Schönau freuen wir uns sehr auf Weltmeisterin.“ Foto: Andrea Kreisel (dv)