Lukaskirche
Sichtbeton, Assoziationen an eine Burg und ein scheinbar schwebendes Dach.
Bauzeit: 1965-1967
Architekt: Carlfried Mutschler
Die Kirche ist seit 6. Oktober 2024 geschlossen. Dort finden künftig keine regelmäßigen Gottesdienste mehr statt.
Die Lukaskirche im Stadtteil Almenhof gehört zur Pfarrgemeinde Almenhof-Lindenhof-Neckarau.
Markantes Profil, einst bezeichnet als "Halleluja-Bunker" und als "Glaubensburg"
Die nach dem zweiten Weltkrieg stark ansteigende Bevölkerungszahl auf dem Almenhof führte 1965 zur Gründung der Lukasgemeinde Almenhof-Neckarau auf dem ehemaligen Gebiet der Neckarauer Matthäuskirche. Die Lukaskirche wurde für 400-500 Besucher:innen bis 1967 am August-Bebel-Park errichtet.
Beauftragt wurde der Mannheimer Architekt Carlfried Mutschler (1926-1999), ein Schüler des Architekten und Designers Egon Eiermann und Erbauer der Berliner Gedächtniskirche. Bereits Anfang der 60er Jahre hatte Mutschler mit der rundum verglasten, aus Beton in den Wald gebauten Mannheimer Pfingstbergkirche ein international einzigartiges architektonisches und theologisches Zeichen neuen kirchlichen Bauens gesetzt.
Für die dichter besiedelten Stadtteile Almenhof und Neckarau wählte das Architekturbüro Mutschler eine klar strukturierte Formensprache, welche die Konzentration auf die christliche Botschaft und ein Innehalten im reizüberfluteten Alltag ermöglicht: Einen Betonquader, den außen und innen rechteckige Architekturelemente durchdringen, darunter der Turmschaft mit der Sakristei. Acht Betonpfeiler tragen ein zeltartiges Faltdach, das an die „wandernde Gemeinde“ erinnert. Gläserne "Lichtbänder" erhellen den Innenraum von oben, der verglaste Sockel den unter der Kirche liegenden Gemeindesaal. Oberlichter am Emporenaufgang und indirekte Beleuchtung des Kirchenraumes durch horizontale Lichtöffnungen und vertikale Seitenfenster verleihen dem konstruktiv gehaltenen, skulptural wirkenden Kirchenraum Spiritualität. 1967 erfolgte die Einweihung, 1969 kam die Steinmeyer-Orgel (22 Register mit 1.614 Pfeifen) hinzu, 2018 wurde die Orgel renoviert. Die vier Glocken stammen von der Gießerei Bachert, Karlsruhe.
Die Gemeinde hat ihre Kirche, welche einige anfangs wegen ihrer kompromisslos neuartigen Gestaltung humorvoll-despektierlich als „Halleluja-Bunker“, „Glaubensburg“ oder „Parkhaus“ bezeichneten, schnell angenommen. Ihr markantes Profil ist aus dem Ortsbild nicht mehr wegzudenken. Das einladende Lukas-Zitat in versenktem Relief an der Fassadenwand “Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen.“ stammt von dem Graphiker Carl Heinz Baier.
Adresse
Lukaskirche
Rottfeldstr. 16/18
68199 Mannheim
Rottfeldstr. 16/18
68199 Mannheim

