Gemeinsam in der Ökumene gegen Rechtspopulismus

(19.11.2021) Ein Projekt gegen Rechtspopulismus des ökumenischen Bildungszentrums sanctclara in Mannheim ist mit dem zweiten Platz des Innovationspreises für ethische Weiterbildung ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert. Im Rahmen der Jubiläumsfeier der Kirchlichen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (KiLAG) wurde der Preis – in Kooperation mit der Karl-Schlecht-Stiftung – am 18. November verliehen.

Bild des Schildes von sanctclara
Unter dem Titel „Gehen – Sehen – Handeln auf Ökumenisch!“ hatte das Bildungszentrum gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Mannheim (ACK) im Juni 2021 eine Online-Veranstaltung gegen Rechtspopulismus angeboten. Die Teilnehmenden verschiedener christlicher Kirchen tauschten sich darüber aus, wie sie potenzielle rechtspopulistische Tendenzen in den eigenen Reihen erkennen und wie sie damit umgehen können. Diskutiert wurde zudem, inwiefern Ausprägungen von Religiosität dazu beitragen können, Vorurteile und Diskriminierung zu pflegen und wie gleichzeitig Formen von Religiosität Gegenteiliges bewirken können, nämlich wie Christinnen und Christen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegentreten. 
 
Auszeichnung ist starkes Signal für das Miteinander von Christinnen und Christen 
 
„Als Kirche ist es uns angesichts der Bedrohung durch den Rechtspopulismus ein wichtiges Anliegen, denen den Rücken zu stärken, die sich für den Dialog, die Demokratie und die unbedingte Würde jedes Menschen einsetzen. Besonders freut uns, dass eine Einrichtung geehrt wird, die seit vielen Jahren ökumenisch arbeitet und dadurch bereits ein starkes Zeichen für den gemeinsamen Auftrag aller Christinnen und Christen in unserer Gesellschaft setzt“, sagt Ordinariatsrätin Susanne Orth, im Erzbischöflichen Ordinariat in Freiburg zuständig für den Bereich Bildung. Oberkirchenrat Wolfgang Schmidt, Leiter des Referats „Bildung und Erziehung in Schule und Gemeinde“ der Evangelischen Landeskirche in Baden, ergänzt: „Das prämierte Projekt ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie es gelingen kann, in der kirchlichen Erwachsenenbildung gesellschaftlich relevante und brisante Themen aufzugreifen und den Diskurs über solche Fragen stark zu machen. Dass dies über Konfessionsgrenzen hinweg geschieht, ist Ausdruck unseres gemeinsamen Ringens um Werteorientierung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.“
 
Weitere Preisträger sind die Evangelische Erwachsenenbildung Hochrhein-Markgräflerland und das Evangelische Kreisbildungswerk Ludwigsburg mit dem gemeinsamen Projekt „Ethik im Fokus“ (Platz 1, 5.000,- Euro) und die Katholische Erwachsenenbildung Kreis Ravensburg mit dem Projekt „Schreiben statt Absagen“ (Platz 3, 500,- Euro). Der Innovationspreis ethische Weiterbildung (IEW) wird alle zwei Jahre im Rahmen der Jahrestagung der Kirchlichen Erwachsenenbildung vergeben. Dadurch werden innovative Formen in der Erwachsenen- und Familienbildung wertgeschätzt. Projekte, die eine an ethischen Werten orientierte Persönlichkeitsbildung individuell fördern, werden auf diese Weise honoriert.
 
Seit 50 Jahren arbeiten die kirchlichen Einrichtungen für Erwachsenenbildung in Baden-Württemberg zusammen und leisten einen großen Beitrag zum lebenslangen Lernen in der Gesellschaft. Dieser Jahrestag wurde am 18. November gefeiert und die Leistung von Seiten des Landes vom stellvertretenden Ministerpräsidenten Thomas Strobl gewürdigt. Hinter den fünf Dachorganisationen stehen dabei insgesamt mehr als 100 hauptamtlich geleitete Einrichtungen der Erwachsenenbildung mit rund 650 hauptamtlichen Mitarbeitenden sowie ein Netzwerk von mehr als 4.000 ehrenamtlich engagierten Frauen und Männern. (Alexandra Weber, ZfK im EOK)