Reformationstag 31. Oktober 2026
Zentraler Festgottesdienst für Mannheim mit Predigt der Dekanin, Verleihung der Konkordien-Medaille und Grußwort des Oberbürgermeisters
(26.10.2026, Mannheim) Am 31. Oktober ist Reformationstag. Der für Mannheim zentrale Festgottesdienst mit anschließendem Empfang wird um 19 Uhr in der CityKirche Konkordien gefeiert. Dekanin Dr. Verena Schlarb gestaltet die Feier mit dem Titel „Fürchtet euch nicht!“, die musikalisch von der Konkordien-Kantorei unter Leitung von Heike Kiefner-Jesatko begleitet wird. Im Rahmen des Gottesdienstes wird die Konkordien-Medaille als höchste Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement verliehen, bevor Oberbürgermeister Christian Specht ein Grußwort hält. Daran schließt sich ein Empfang an.
Mit Blick auf das ‚Priestertum aller Gläubigen‘, für das sich einst der Reformator Martin Luther einsetzte, würdigt die Evangelische Kirche Mannheim stets am Reformationstag das Ehrenamt mit der Verleihung der Konkordien-Medaille: Mit dieser höchsten Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement wird in diesem Jahr Renate Platz aus der Pfarrgemeinde Süd geehrt.
Kleine Medaille für großes Engagement: Renate Platz
Renate Platz ist vielen Menschen besonders im Süden Mannheims mit ihrem unermüdlichen und vielfältigen Engagement bekannt. Seit 1982 bringt sie sich ehrenamtlich ins Gemeindeleben ein. Neue Formate wie die monatliche kostenlose Veranstaltungsreihe „freitags um 4“ in der Versöhnungskirche hat sie ebenso mit initiiert wie das dortige Repair-Café. Wer in der Versöhnungskirche am Büchertisch nach einem Bildband, Roman, Kinder- oder Sachbuch greift, kann ein von Renate Platz initiiertes und stets gut nachgefragtes Projekt nutzen. Im „Grünen Gockel“ hat sie sich initiativ eingebracht für das Thema Umwelt und Wahrung der Schöpfung.
„Mir ist wichtig, etwas zum guten Miteinander und zum Gemeinwesen beizutragen“, sagt die 71-Jährige. Dafür ist sie ständig in Bewegung, bringt Ideen ein und setzt sich für deren Realisierung ein. Dazu gehört auch die Motivierung möglichst vieler Radler:innen fürs jährliche Stadtradeln oder für die Teilnahme in den Sommerferien am Fahrradgottesdienst durch die Pfarrgemeinde Süd. Zehn Jahre lang hatte sie zudem den Gemeindebrief zusammengestellt sowie die Homepage der Gemeinde ehrenamtlich betreut. 40 Jahre lang hat sie als Kirchenälteste das Gemeindeleben verantwortlich mitgestaltet, war von 1986 bis 2026 Mitglied der Stadtsynode und deren Bildungsausschuss.
Taufanfrage als Start ins Engagement in der Gemeinde
Begonnen hatte alles vor mehr als 40 Jahren im Stadtteil Casterfeld mit den Planungen für die Taufe des Sohnes in der Immanuelkirche. Die neue Pfarrerin, berichtet Renate Platz, war „eine junge Frau“. Einige in der Gemeinde raunten, es brauche doch eher einen Mann für solch eine Aufgabe. „Da habe ich mich an die Seite der Pfarrerin gestellt“, freut sich Renate Platz noch heute. Daraus wurden viele Stationen ehrenamtlichen Engagements. 1984 wurde Renate Platz Elternbeirätin in der Kita, deren Buchhaltung sie zehn Jahre lang mitbetreute. Es folgten vier Jahrzehnte als Kirchenälteste, in denen sie drei Fusionen aktiv mitbegleitete: Die Fusion der Immanuelgemeinde und der Pfingstberggemeinde zur Immanuel-Pfingstberggemeinde, anschließend die Fusion mit der Versöhnungs- und der Martinsgemeinde zur Rheinaugemeinde und zum 1. Januar 2027 der Zusammenschluss mit der Erlösergemeinde und der Johannes-Calvin-Gemeinde zur Pfarrgemeinde Süd.
Es macht Spaß, man kann etwas bewirken und Ideen einbringen.
Jetzt wollte sie ihr Engagement eigentlich etwas reduzieren. „Doch es ist wieder Vollzeit geworden“, lacht Renate Platz, es mache ihr einfach zu viel Freude und biete viele Gestaltungsmöglichkeiten. „Im Ehrenamt kann ich etwas bewirken und meine Ideen einbringen. Ich gebe etwas und erhalte viel Sinnhaftes zurück“, sagt Renate Platz. „Das Gemeindeleben und das Zusammenarbeiten mit den anderen Engagierten, die vielen Begegnungen mit Menschen aus dem Stadtteil und darüber hinaus, die Kirche als Ort, der zu meinem Alltag und zu meinem Glauben gehört – all das motiviert mich unverändert, gemeinsam mit anderen etwas Positives zu gestalten“.
Am liebsten, sagt Renate Platz, sei sie im Hintergrund. Am 31. Oktober 2026 kommt sie nun in der CityKirche Konkordien sprichwörtlich ganz nach vorne. Dann überreichen ihr Prof. Dr. Ralf Daum und Petra Herr, die sich als Vorsitzender der Stadtsynode bzw. dessen Stellvertretung ebenfalls ehrenamtlich engagieren, die Konkordien-Medaille. Anschließend spricht Oberbürgermeister Christian Specht ein Grußwort der Stadt Mannheim, bevor zum Empfang eingeladen wird.
Der Reformationstag, der an die Thesen und Forderungen zur Veränderung erinnert, die Martin Luther am 31. Oktober 1517 an die Tür der Schlosskirche Wittenberg angeschlagen haben soll, ist ein Tag, der gleichermaßen für Rückbesinnung und für Aufbruch steht. Rückbesinnung auf die christlichen Wurzeln der Kirche und Aufbruch in ein zeitgemäßes Kirche-Sein. (dv)




